Zum Inhalt springen
KI in der Praxis Dr. Gerhard Reisinger

Vertrieb Lesen & Verstehen Einmalprojekt, abgeschlossen

208 Zettelfotos gelesen — kein einziges blieb unlesbar

Abfotografierte Zettel aus Verkaufsgesprächen liegen jahrelang unlesbar im System. Die Bilderkennung macht daraus Text — mit ehrlich markierten Lücken.

  • Aufbau1,5 Tage
  • Zahlen vom28.07.2026
  • Lesezeit5 Min.

Der Fall auf einen Blick

1

Das Problem

Zwei Jahre Gesprächsnotizen lagen als Fotos im System — gespeichert, aber für jede Suche unsichtbar.

2

Was der Fall macht

Liest abfotografierte Handzettel aus Verkaufsgesprächen und schreibt den Text zurück in die Notiz, aus der das Foto stammt.

3

Was er bewirkt

208 von 208 Bildern lieferten verwertbaren Text; 95 % der Transkripte enthalten mindestens eine markierte Unsicherheit.

208/208 Bilder lieferten verwertbaren Text — keines fiel aus
Vorher seit zwei Jahren ungenutzt
Heute ein Lauf, danach durchsuchbar
Vergleich geschätzt

So funktioniert es

1 von 4 Arbeitsschritten erledigt ein Sprachmodell. Den Rest machen ein normales Programm.

  1. 1 Daten Notizen mit Zettelfoto 40.415 Notizen liegen in der Kundendatenbank, manche mit einem abfotografierten Zettel als Anhang.
  2. 2 Programm Bildanhänge finden Ein Programm durchsucht alle Notizen nach Bildanhängen und lädt sie herunter — 247 Treffer.
  3. 3 Programm Fotos drehen Hochkant fotografierte Querformat-Zettel werden gedreht, sonst liest das Modell sie schlecht.
  4. 4 Sprachmodell Handschrift lesen Die KI überträgt die Handschrift samt Anordnung in Text und markiert unsichere Stellen, statt zu raten.
  5. 5 Programm Zurückschreiben Der Text wird an die Ursprungsnotiz angehängt, mit einer Markierung, an der ein zweiter Lauf Erledigtes erkennt.
  • Datenquelle
  • normales Programm
  • Sprachmodell (KI)

Die Zahlen dahinter

135 offene Angebote, deren Inhalt damit erstmals auffindbar ist
95% enthalten mindestens eine markierte Unsicherheit
40.415 Notizen im System durchsucht

Was das für Ihren Betrieb heißt

Übergabebücher, Baustellenberichte, Wartungsprotokolle: Fast jeder Betrieb hält Wichtiges auf Papier fest und kann es später nicht wiederfinden.

Die Technik dafür ist heute unspektakulär und in zwei Tagen aufgesetzt. Voraussetzung ist nur, dass die Zettel überhaupt fotografiert werden — was in den meisten Betrieben ohnehin längst passiert, weil es der schnellste Weg zur Ablage ist.

Der Unterschied zwischen brauchbar und gefährlich liegt an einer einzigen Stelle: ob das System zugibt, wenn es etwas nicht sicher lesen konnte. Wer darauf verzichtet, bekommt glatte Texte mit erfundenen Namen und Zahlen — und merkt es nicht.

Die Ausgangslage

In Verkaufsgesprächen wird von Hand mitgeschrieben. Danach wird der Zettel fotografiert und an die Notiz in der Kundendatenbank (CRM) gehängt. Damit ist die Information gespeichert, aber tot: Ein Foto ist nicht durchsuchbar.

Die Frage „Was hatten wir mit diesem Betrieb besprochen?“ beantwortet sich nur, indem man alle Bilder einzeln öffnet. Bei über 40.000 Notizen macht das niemand. Es ging also nicht darum, etwas zu beschleunigen, sondern Wissen zugänglich zu machen, das seit zwei Jahren vorhanden, aber unerreichbar war.

Die Lösung im Einzelnen

Ein Programm sucht alle Notizen mit Bildanhang und lädt sie herunter. Die Bilderkennung liest die Handschrift. Ein drittes Programm schreibt den Text zurück in genau die Notiz, aus der das Bild stammt.

Entscheidend für die Brauchbarkeit ist eine Regel: Unsichere Stellen werden markiert, nicht geraten. Ein geratener Firmenname ist schlimmer als eine sichtbare Lücke, weil der Leser dann nicht mehr unterscheiden kann, was belegt ist.

Wie wichtig das ist, zeigt das Ergebnis: 95 % der Transkripte enthalten mindestens eine unsichere Stelle. Ein System ohne Unsicherheitsmarkierung hätte fast alle Ergebnisse mit erfundenen Details ausgeliefert — und niemand hätte es bemerkt.

Vom Handzettel zum durchsuchbaren TextBeispielansicht · Daten erfunden
out/tx/notiz_2026-03-14.txt
Vorher: Foto am CRM-Eintrag

Ein abfotografierter Zettel, zweispaltig beschrieben, mit eingerahmtem Merkposten und zwei Durchstreichungen.

Für die Volltextsuche ist er nicht vorhanden. Wer wissen will, was besprochen wurde, muss das Bild öffnen und die Handschrift entziffern.

Nachher: Transkript in derselben Notiz

Handzettel transkribiert:
Muster Gastro GmbH / Hr. Berger — 14.03.2026

Bedarf: 2× Service, 1× Küche
Saisonstart 15.05. → Leute ab 01.05. da
Budget: ca. 4.[?]00 offen, Freigabe über Frau [?]

[Rechte Spalte:]
- letzte Agentur 2024, „nur Absagen"
- kununu-Profil fehlt

[Kasten:] Angebot bis 21.03. schicken
[durchgestrichen: Termin 19.03.]

Die Markierungen `[?]` stehen für unsichere Stellen — sie werden bewusst nicht geraten. 95 % der Transkripte enthalten mindestens eine davon.

Was wir dabei gelernt haben

  1. Unsicheres markieren statt raten. Keine Feinheit, sondern die Voraussetzung dafür, dass jemand dem Ergebnis traut.
  2. Das Layout gehört mit ins Transkript. Rechte Spalte, Kasten, durchgestrichen — die Anordnung trägt Bedeutung, die im reinen Fließtext verlorengeht.
  3. Bilder vorher drehen. 8 % der Fotos waren hochkant aufgenommene Querformat-Zettel. Ohne Drehung wären genau die ausgefallen.
  4. Eine Markierung im Ergebnis macht Wiederholungsläufe gefahrlos. Ohne sie erzeugt jeder zweite Lauf Dubletten.
  5. Bildarbeit gehört in den Chat-Zugang, nicht über die Programmierschnittstelle. Derselbe Auftrag wäre dort bei gleichem Ergebnis deutlich teurer gewesen.

Kein einziges von 208 Bildern war unlesbar — aber 197 enthalten mindestens eine unsichere Stelle. Genau deshalb ist deren Markierung kein Schönheitsfehler, sondern die Bedingung dafür, dass man dem Ergebnis trauen kann.

Aus der Projektauswertung
Der Durchgang in Zahlen Tabelle
Schritt Menge
Notizen im gesamten System durchsucht 40.415
davon mit Bildanhang 247 Bilder in 220 Vorgängen
im Auftrag enthalten und bearbeitet 208 Bilder aus 184 Notizen
erfolgreich zurückgeschrieben 183
Bilder, die vor dem Lesen gedreht werden mussten 17 (8 %)
Bilder ohne verwertbares Ergebnis 0

Quelle: Durchgang vom 28.07.2026, Zettel aus 09/2024 bis 07/2026

Der Ablauf als Diagramm Schaubild
Ablaufdiagramm: 208 Zettelfotos gelesen — kein einziges blieb unlesbar
Von der Quelle bis zum Ergebnis. Dunkel = das Sprachmodell, weiß = ein normales Programm, grün = ein Mensch.

Haben Sie so einen Fall im Betrieb?

Schreiben Sie mir in zwei Sätzen, welche Aufgabe bei Ihnen am meisten Zeit frisst. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung — samt Aufwand und samt der Antwort „lohnt sich nicht“, wenn es so ist.

Kurz schreiben

Ähnliche Fälle