Vertrieb Prüfen & Überwachen Läuft im Alltag Unbequemer Befund
Jede Zahl im Verkaufsmaterial geprüft: 17 hielten nicht
Sammelfall über zwölf Projekte eines Produktstarts: Angebotsblatt, Vortrag, Preispapier, Anrufskript, Einarbeitung, Videoleitfaden. In jedem wurde jede Zahl und jedes Versprechen gegen die eigene Messung gehalten. 17 Aussagen wurden gestrichen oder korrigiert — eine davon, nachdem sie fünf Tage öffentlich stand.
Der Fall auf einen Blick
Das Problem
Ein neues Angebot braucht in kurzer Zeit viele Unterlagen, und jede nennt Zahlen — aus dem Kopf, aus älteren Papieren, aus Diktaten. Eine falsche Zahl im Gespräch entwertet alle anderen.
Was der Fall macht
Prüft jede Zahl und jedes Versprechen in Verkaufsunterlagen gegen die eigenen Aufzeichnungen, bevor sie zum Kunden gehen — und streicht, was nicht hält.
Was er bewirkt
In zwölf Unterlagen eines Produktstarts wurden 17 Aussagen korrigiert oder gestrichen; jede verbliebene Zahl trägt Quelle und Datum.
So funktioniert es
1 von 4 Arbeitsschritten erledigt ein Sprachmodell. Den Rest machen ein normales Programm und ein Mensch.
- 1 Mensch Diktat oder Entwurf Ein Mensch gibt vor, was die Unterlage sagen soll — oft mit Zahlen aus dem Gedächtnis.
- 2 Daten Aufzeichnungen des Hauses Journale, Messnotizen, Steckbriefe, frühere Auswertungen — jede mit Datum.
- 3 Sprachmodell Jede Zahl gegen die Quelle Die KI schreibt die Unterlage und hält jede Zahl gegen die Aufzeichnung; Unbelegtes wird Frage oder Streichung, nie Satz.
- 4 Programm Automatische Prüfer Verbotsliste, Zahlen ohne Messvermerk, unsichtbare Zeichen — ein Programm bricht den Bau ab, wenn etwas durchrutscht.
- 5 Mensch Streichen oder freigeben Ein Mensch entscheidet über jede markierte Stelle; der Abschnitt „geprüft und weggelassen“ bleibt sichtbar.
- Datenquelle
- normales Programm
- Sprachmodell (KI)
- Mensch
Die Zahlen dahinter
Was das für Ihren Betrieb heißt
Ihre Verkaufsunterlagen nennen Zahlen, die irgendwann einmal stimmten. Eine KI, die jede davon gegen Ihre Aufzeichnungen hält, findet, was inzwischen anders ist — bevor ein Kunde es tut.
Das Muster passt auf jeden Betrieb, der Angebote, Vorträge oder Webseiten mit Zahlen über sich selbst schreibt — also auf jeden. Voraussetzung: Die Zahlen müssen irgendwo aufgezeichnet sein, mit Datum. Ohne Aufzeichnung gibt es nichts zu prüfen, nur zu glauben.
Erster Schritt: die drei wichtigsten Zahlen Ihrer aktuellen Unterlage nehmen und zu jeder fragen: Woher, von wann, mit welcher Grenze? Fallstrick: Externe Aussagen prüfen sich nicht von selbst mit. Zwei Fremdzahlen im Preispapier (ein Kurspreis, eine Quote) stammten aus Hausnotizen und hielten der Nachprüfung nicht stand — eine war der Nettopreis einer einzelnen Kammer, die andere der Median eines Branchenvergleichs, der einer Person zugeschrieben worden war.
Die Ausgangslage
Innerhalb von zwei Wochen entstanden für ein neues Angebot zwölf Unterlagen: Angebotsblatt und Angebotsseite, Verkaufsleitfaden mit Beweismappe, Kurzvorstellung, Bilderliste, Vortragsfolien, Preispapier, Anrufskript, Einarbeitung einer Mitarbeiterin, Vorab-Analyse, Videoleitfaden, Anzeigen. Jede nennt Zahlen über den eigenen Betrieb.
Die Zahlen kamen aus Diktaten, aus früheren Papieren und aus dem Gedächtnis. Die Regel lautete von Anfang an: Keine Zahl ohne Quelle und Datum, und was geprüft und verworfen wurde, steht in einem eigenen Abschnitt.
Die Lösung im Einzelnen
Die KI schreibt aus Aufzeichnungen, nicht aus dem Kopf. Jede Unterlage entstand aus Journalen, Messnotizen und Steckbriefen des Hauses. Was im Diktat stand, aber nirgends belegt war, kam als Frage zurück, nicht als Satz ins Papier.
Programme prüfen mit. Für Anzeigen gilt eine Verbotsliste (Preise als Zahl, verbrauchte Behauptungen); jeder Text läuft vor dem Anlegen durch. Für ein Auslieferungspaket meldet ein Prüfer jede Zahl ohne Messvermerk — zuerst 45 Hinweise, nach Kalibrierung auf Zahlen ab vier Stellen ohne Jahreszahlen noch 15.
Die Beweismappe trennt drei Dinge: belegte Zahlen mit Quelle und Datum, geprüfte und verworfene Zahlen, und die Grenze jeder Zahl (Zeitraum, Stichprobe, Land). Der Verkäufer sieht im Gespräch, was er sagen darf.
17 Korrekturen in zwei Wochen. Drei Sätze einer Kurzvorstellung („komplett auf KI“ — tatsächlich sind 163 von 265 Projekten reine Programme), zwei Bilder einer Werbeliste, drei Zahlen einer Vortragsfolie (87 Fälle statt 75, Stand vom 13.09. statt 29.09.), zwei Fremdzahlen im Preispapier, eine vermischte Quote im Anrufskript, zwei Widersprüche in der Einarbeitung, eine Förderzusage auf Angebot und Angebotsseite, eine Termin-Behauptung in der Risikoanalyse, ein falscher Werbesatz („vier Leute“ — es sind acht).
Wir arbeiten seit über einem Jahr komplett mit KI. Über 80 Anwendungen laufen jeden Tag, mehr als zwei Millionen Datensätze sind ausgewertet. Die Einführung ist förderbar.
163 von 265 Projekten sind reine Programme ohne Sprachmodell (Zählung 19.09.2026). 56 Anwendungen laufen täglich. 1,5 Millionen Datensätze (Stand 29.09.2026). Förderhinweis gestrichen: nicht einlösbar.
Geprüft und weggelassen: „seit über einem Jahr“ (kein Beleg für den Beginn).
Beispiel nachgestellt; die Zahlen in der rechten Spalte sind die geprüften aus den Journalen. Die letzte Zeile ist der Teil, den Kunden am meisten überzeugt: was bewusst nicht behauptet wird.
Was wir dabei gelernt haben
- Eine Förderaussage gehört erst auf Kundenpapier, wenn der Förderleitfaden gelesen ist. Der Satz stand fünf Tage auf der Angebotsseite; die Förderung gilt nur für zertifizierte Bildungsträger und schließt Produktvertrieb aus.
- Eine Vortragsfolie trägt den Stand ihres Entstehungstags. Drei Zahlen stammten vom 13.09., der Vortrag war am 01.10.; die Projektregel „vor dem Vortrag nachprüfen“ war am Vorabend nicht eingehalten worden.
- Zwei Messungen in einer Zahl sind keine Zahl. Die „60 Prozent“ im Anrufskript vermischten zwei Grundgesamtheiten; die geprüfte Fassung nennt Anteil und Bezugsmenge.
- Ein Prüfer, der alles meldet, meldet nichts. 45 Hinweise auf „Zahl ohne Messvermerk“ listeten jede Jahreszahl und jeden Statuscode; erst mit Kalibrierung (ab vier Stellen, ohne Jahre) blieben 15 brauchbare.
- Fremd erzeugte Sätze gegen die eigenen Zahlen halten. Eine Web-Recherche schlug „Wir sind vier Leute“ als Einstieg vor; es sind acht.
- Was der Sprecher selbst angibt, bleibt seine Angabe. „550 Projekte gestartet“ wurde nicht nachgezählt — gezählt wurden 759 Ordner, viele davon leer — und steht deshalb als Angabe des Sprechers, nicht als Messung.
Eine Prüfliste, die nur der Absender besteht, ist ein Prospekt.
Aus dem Projektjournal, über die Vorlage einer Vergleichsunterlage, in der deshalb zwei eigene Schwächen stehen
Sechs der 17 Korrekturen Tabelle
| Unterlage | Stand vorher | Nach der Prüfung |
|---|---|---|
| Kurzvorstellung | „Komplett auf KI“ | 163 von 265 Projekten sind reine Programme ohne Sprachmodell |
| Kurzvorstellung | „87 Anwendungen, jeden Tag“ | 56 davon laufen täglich |
| Vortragsfolie | 87 Fälle, 56 im Betrieb, 2,3 Mio. Datensätze | 75, 51, 1,5 Mio. — Stand 29.09. statt 13.09. |
| Anrufskript | „60 Prozent“ als Aufhänger | vermischte zwei Messungen; geprüfte Fassung: 61 % von 202.696 Anzeigen |
| Angebot und Angebotsseite | Hinweis auf eine Förderung | gestrichen: Förderung gilt nur für zertifizierte Bildungsträger, nicht für Produktvertrieb |
| Videoleitfaden | „Wir sind vier Leute“ (Vorschlag aus Web-Recherche) | acht Mitarbeiter — fremd erzeugte Sätze gegen die eigenen Zahlen halten |
Quelle: Journale der zwölf Projekte, 15.09. bis 01.10.2026
Der Ablauf als Diagramm Schaubild
Haben Sie so einen Fall im Betrieb?
Schreiben Sie mir in zwei Sätzen, welche Aufgabe bei Ihnen am meisten Zeit frisst. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung — samt Aufwand und samt der Antwort „lohnt sich nicht“, wenn es so ist.