Produktion Schreiben & Gestalten Läuft im Alltag
Eine Preisänderung über 295 Folien dauert eine Minute
Ab der dritten Änderungsrunde lohnt es sich, eine Präsentation nicht mehr zu klicken, sondern zu beschreiben. Die Beschreibung schreibt die KI.
Der Fall auf einen Blick
Das Problem
Eine Preisänderung betrifft nicht eine Folie, sondern sieben — und beim nächsten Mal weiß niemand mehr, welche das waren.
Was der Fall macht
Erzeugt eine Präsentation aus einer Beschreibung, sodass eine Änderung an allen betroffenen Folien zugleich wirkt.
Was er bewirkt
Eine Preisänderung über 295 Folien ist eine geprüfte Textersetzung von einer Minute; alle 32 Fassungen bleiben erhalten.
So funktioniert es
1 von 5 Arbeitsschritten erledigt ein Sprachmodell. Den Rest machen ein normales Programm und ein Mensch.
- 1 Mensch Inhalt und Änderungswunsch Ein Mensch gibt vor, was auf die Folien soll und was sich ändert.
- 2 Sprachmodell KI schreibt die Beschreibung Die KI schreibt die Beschreibung der Folien, nicht die Folien selbst.
- 3 Programm Präsentation erzeugen Ein Aufruf baut die Präsentation, dazu eine PDF-Fassung und ein Bild je Folie.
- 4 Programm Maschinell gegenlesen Ein Programm prüft, ob jeder Text angekommen ist und die Nummerierung stimmt.
- 5 Programm Überarbeitung einarbeiten Eine vom Auftraggeber überarbeitete Datei wird verglichen und eingearbeitet.
- normales Programm
- Sprachmodell (KI)
- Mensch
Die Zahlen dahinter
Was das für Ihren Betrieb heißt
Alles, was regelmäßig in Varianten neu zusammengeklickt wird — Angebote, Datenblätter, Schulungsunterlagen, Preislisten — folgt derselben Rechnung.
Die Frage vor jeder solchen Entscheidung ist immer dieselbe: Wie oft ändert sich das noch? Bei einmal: Hände weg, von Hand geht es schneller. Bei zwanzigmal: Es gibt keinen anderen vernünftigen Weg.
Der Fall zeigt, dass sich Automatisierung eben nicht immer lohnt. Der Aufbau kostete etwa 4 Tage; die Ersparnis je Änderungsrunde ist geschätzt, nicht gemessen. Für eine einmalige Präsentation lohnt sich das ausdrücklich nicht. Wer die Schwelle falsch einschätzt, hat Tage investiert und nichts gewonnen.
Die Ausgangslage
Für ein Verkaufswebinar entstand ein Foliendeck, das über Monate wuchs: am Ende 295 Folien in 32 Fassungen. Eine Preisänderung betrifft sieben Folien, ein geändertes Argument zieht sich durch drei Kapitel. Jede Runde bedeutet suchen, klicken, tippen, Formatierung reparieren.
Dazu der Rückweg: Der Auftraggeber überarbeitet die Datei selbst und schickt sie zurück. Diese Änderungen mit dem eigenen Stand zusammenzuführen ist Handarbeit — und genau dort gehen Änderungen verloren.
Die Lösung im Einzelnen
Die Präsentation wird nicht mehr geklickt, sondern beschrieben: Der Programmcode ist die Quelle, die Datei nur das Ergebnis. Daraus entstehen auf Knopfdruck die Präsentation, eine PDF-Fassung und Bilddateien jeder einzelnen Folie.
Jede Änderung ist ein neuer, benannter Stand; die Vorfassung bleibt erhalten. Eine Preisänderung ist damit eine einzelne Textersetzung, die geprüft wird: Findet sie nicht genau eine Stelle, bricht der Vorgang ab, statt still das Falsche zu ändern. Auch der Rückweg ist automatisiert — eine vom Auftraggeber überarbeitete Fassung wird verglichen und eingearbeitet.
Die KI schreibt dabei die Beschreibung, nicht die Folien. Gestaltungsarbeit wird zu Textarbeit — und Textarbeit ist das, worin Sprachmodelle stark sind.
patch(
alt = "1.200 € / Monat",
neu = "1.000 € / Monat",
erwartet = 7
)
# Prüfung: 7 Stellen gefunden,
# 7 ersetzt. OK.
#
# Bei Abweichung bricht der
# Lauf ab — lieber keine
# Fassung als eine falsche.
Sieben Folien geändert, quer über drei Kapitel: Preisübersicht, Vergleichstabelle, zwei Pitch-Folien, Bonus-Folie und zwei Rückfragen-Folien im Anhang.
Dauer: unter einer Minute. Fassung 32 bleibt vollständig erhalten und ist jederzeit wiederherstellbar.
Von Hand hätte man sechs davon gefunden — die siebte fällt im Vortrag auf.
Die Zahl `erwartet = 7` ist die eigentliche Sicherung: Findet die Ersetzung mehr oder weniger Stellen, stimmt die Annahme nicht und der Lauf bricht ab.
Was wir dabei gelernt haben
- Erst ab der dritten Änderungsrunde lohnt sich der Weg. Wer das für eine einmalige Präsentation macht, verliert Zeit.
- Jede automatische Ersetzung muss prüfen, ob sie genau einmal greift. Sonst ändert man still die falsche Folie und merkt es beim Vortrag.
- Reine Formänderungen sind im Vergleich unsichtbar. Eine rote Markierung auf einem Bild taucht in keinem Textvergleich auf — deshalb werden bei jeder Rückführung alle Bildfolien neu übernommen.
- Ausgeblendete Folien verschieben die Nummerierung beim Umwandeln in PDF. Wer sie nicht abzieht, arbeitet mit falschen Foliennummern.
Der Gewinn ist nicht das erste Deck. Der Gewinn ist, dass eine Preisänderung eine Textersetzung ist statt zwanzig Klicks — und dass jede Fassung reproduzierbar bleibt.
Aus der Projektdokumentation
Wann sich der Weg lohnt — und wann nicht Tabelle
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Einmalige Präsentation, unter 30 Folien | Nicht so bauen. PowerPoint ist schneller. |
| Großes Deck, das mehrfach überarbeitet wird | Ab etwa der dritten Runde oder 100 Folien lohnt es sich. |
| Mehrere Fassungen für verschiedene Zielgruppen | Klarer Fall — eine Quelle, mehrere Ausgaben. |
| Deck soll später vertont werden | Klarer Fall — die Einzelbilder fallen ohnehin an. |
Quelle: Erfahrung aus dem Webinar-Deck, 07/2026
Der Ablauf als Diagramm Schaubild
Haben Sie so einen Fall im Betrieb?
Schreiben Sie mir in zwei Sätzen, welche Aufgabe bei Ihnen am meisten Zeit frisst. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung — samt Aufwand und samt der Antwort „lohnt sich nicht“, wenn es so ist.