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KI in der Praxis Dr. Gerhard Reisinger

Daten & Wissen Prüfen & Überwachen Läuft im Alltag

KI auf vertrauliche Daten — mit sieben Riegeln

Der häufigste Grund, KI nicht einzusetzen, ist die Sorge um die eigenen Daten. Dieser Fall zeigt, wie ein Projekt aussieht, das genau eine Verbindung nach außen hat.

  • Aufbau1 Tag
  • Zahlen vom04.08.2026
  • Lesezeit6 Min.

Der Fall auf einen Blick

1

Das Problem

Vertrauliche Unterlagen sollten von einer KI ausgewertet werden — und dabei nachweislich nirgendwo sonst landen.

2

Was der Fall macht

Sperrt der KI alle Ausgänge — Web, Postfach, Ablage, Gedächtnis —, bevor sie vertrauliche Unterlagen auswertet.

3

Was er bewirkt

Sieben Wege sind abgeriegelt, genau eine Verbindung bleibt — ohne diesen Nachweis wäre die Auswertung nicht gemacht worden.

1 zugelassene Verbindung nach außen — die zum Sprachmodell
Vorher Auswertung gar nicht möglich
Heute möglich, mit Nachweis
Vergleich geschätzt

So funktioniert es

1 von 4 Arbeitsschritten erledigt ein Sprachmodell. Den Rest machen ein normales Programm.

  1. 1 Daten Vertrauliche Unterlagen Die Unterlagen liegen in einem Ordner, an dessen Grenze der Dateizugriff endet.
  2. 2 Programm Ausgänge nach außen sperren Web, Postfach, Kalender, Ablage und Veröffentlichen sind in der Konfiguration abgeschaltet.
  3. 3 Programm Wissen und Gedächtnis sperren Gemeinsames Wissensverzeichnis, dauerhaftes Gedächtnis und Hochladen sind gesperrt.
  4. 4 Sprachmodell Auswerten Das Sprachmodell wertet aus — über die einzige erlaubte Verbindung, und nur wo eine Auswertung sie braucht.
  5. 5 Programm Abriegelung kontrollieren Eine Prüfroutine kontrolliert bei jedem Start, ob die Abriegelung noch steht.
  • Datenquelle
  • normales Programm
  • Sprachmodell (KI)

Die Zahlen dahinter

7 Wege einzeln und technisch geschlossen
0 Notizinhalte in Protokollen, Fehlermeldungen und Meldetexten
1Tag Aufwand für die vollständige Abriegelung

Was das für Ihren Betrieb heißt

Wenn Ihre Bedenken beim Thema KI den Daten gelten und nicht der Technik, ist das hier die Antwort: Abriegelung ist eine Einstellungssache und in einem Tag gemacht.

Der Fall gilt überall dort, wo die Daten den Ausschlag geben: Personalakten, Patientenunterlagen, Mandantensachen, Rezepturen, Konstruktionsdaten, Gesprächsprotokolle. Der Ablauf ist immer derselbe. Zählen Sie zuerst auf, was Ihre Arbeitsumgebung alles kann. Schalten Sie dann jede dieser Fähigkeiten einzeln ab, bis nur noch übrig ist, was die Aufgabe zwingend braucht.

Zwei Fallstricke: Betriebsweite Regeln greifen auch in einem abgekapselten Ordner, solange Sie sie dort nicht ausdrücklich aufheben. Und Protokolldateien sind ein Ausgang, an den niemand denkt — eine Fehlermeldung mit Inhaltszitat trägt genau das nach draußen, was drinbleiben sollte.

Die Ausgangslage

Der häufigste Einwand gegen KI im Betrieb lautet nicht „das funktioniert nicht“, sondern „wo landen meine Daten?“ — bei Personalakten, Patientendaten, Verträgen, Rezepturen, Gesprächsprotokollen.

Der Einwand ist berechtigt. Eine übliche KI-Arbeitsumgebung darf im Web suchen, an Postfach und Kalender, sie schreibt in ein gemeinsames Wissensverzeichnis und merkt sich Dinge über Sitzungen hinweg. Jede dieser Fähigkeiten ist ein Ausgang. Die Frage war, ob sich die Auswertung nachweislich einsperren lässt.

Die Lösung im Einzelnen

Das Projekt ist so gebaut, dass ein Abfluss nicht am Wohlverhalten hängt, sondern technisch scheitert. Sieben Wege wurden einzeln geschlossen: kein Zugriff auf das gemeinsame Wissensverzeichnis des Hauses, kein dauerhaftes Gedächtnis, keine Web-Ausgänge, keine Konnektoren zu Postfach, Kalender, Ablage oder Projektverwaltung, kein Veröffentlichen, kein Hochladen in eine Versionsverwaltung — und der Dateizugriff endet an der Ordnergrenze.

Übrig bleibt genau eine erlaubte Verbindung: die zum Sprachmodell selbst — und die nur dort, wo eine Auswertung wirklich ein Modell braucht.

Die Regeln stehen doppelt: einmal als Konfiguration, die sie erzwingt, und einmal als ausdrückliche Anweisung, die die Hausregeln des Betriebs für diesen Ordner außer Kraft setzt. Eine Prüfroutine kontrolliert beim Start nicht nur die Einrichtung, sondern auch die Abriegelung selbst.

Dieselbe KI, zwei RechteständeBeispielansicht · Daten erfunden
Projektkonfiguration — was erlaubt ist
Normales Projekt

Websuche erlaubt
Seiten abrufen erlaubt
Postfach, Kalender erlaubt
Ablage, Aufgaben erlaubt
Gemeinsames Wissen lesen + schreiben
Gedächtnis dauerhaft
Seite veröffentlichen erlaubt
Hochladen erlaubt
Dateizugriff mehrere Ordner

Abgekapseltes Projekt

Websuche gesperrt
Seiten abrufen entfernt
Postfach, Kalender gesperrt
Ablage, Aufgaben gesperrt
Gemeinsames Wissen gesperrt
Gedächtnis gesperrt
Seite veröffentlichen gesperrt
Hochladen gesperrt + Riegel
Dateizugriff nur dieser Ordner

Sprachmodell erlaubt ← der einzige Weg

Der Unterschied ist eine Konfigurationsdatei, kein anderes Werkzeug. Genau das macht die Abriegelung praktikabel: Sie kostet einen Tag, nicht ein Projekt.

Was wir dabei gelernt haben

  1. Abschalten schlägt untersagen. Was aus der Konfiguration entfernt ist, kann auch nicht versehentlich benutzt werden. Eine Regel im Anweisungstext ist die schwächere Absicherung von beiden.
  2. Betriebsweite Regeln gelten auch hier — bis man sie ausdrücklich aufhebt. Die Anweisung, Wissen ins gemeinsame Verzeichnis zu schreiben, hätte sonst weiter gegriffen. Der Ordner musste sie explizit außer Kraft setzen.
  3. Protokolle sind der Ausgang, an den niemand denkt. Kennungen, Zähler und Zeitstempel ja, Inhalte nie. Im Zweifel weglassen — eine unvollständige Fehlermeldung ist billiger als ein Zitat an der falschen Stelle.
  4. Ein Ausschluss, den niemand prüft, verfällt. Deshalb kontrolliert die Startroutine nicht nur, ob alles läuft, sondern auch, ob die Abriegelung noch steht.

Eine Anweisung, etwas nicht zu tun, ist kein Schutz. Schutz ist, wenn die Fähigkeit gar nicht erst vorhanden ist.

Aus den Projektregeln, August 2026
Die sieben Wege und wie sie geschlossen sind Tabelle
Weg nach außen Wie er geschlossen ist
Gemeinsames Wissensverzeichnis des Hauses Sperre in der Projektkonfiguration, zusätzlich als Anweisung; die zugehörigen Befehle sind deaktiviert
Dauerhaftes Gedächtnis über Sitzungen hinweg Sperre auf das Gedächtnisverzeichnis
Websuche und Seitenabruf Aus der Konfiguration entfernt, nicht nur untersagt
Konnektoren (Postfach, Kalender, Ablage, Projektverwaltung) Sämtlich gesperrt
Veröffentlichen einer Seite Gesperrt
Hochladen in eine Versionsverwaltung Kein Gegenstück konfiguriert, Sperre unmittelbar vor dem Absenden, Befehle gesperrt
Dateizugriff außerhalb des Ordners Auf diesen einen Ordner beschränkt, keine Zusatzverzeichnisse
Zugelassen bleibt allein die Verbindung zum Sprachmodell — und nur, wo eine Auswertung sie braucht

Quelle: Aufbau des abgekapselten Projekts, Stand 04.08.2026

Der Ablauf als Diagramm Schaubild
Ablaufdiagramm: KI auf vertrauliche Daten — mit sieben Riegeln
Von der Quelle bis zum Ergebnis. Dunkel = das Sprachmodell, weiß = ein normales Programm, grün = ein Mensch.

Haben Sie so einen Fall im Betrieb?

Schreiben Sie mir in zwei Sätzen, welche Aufgabe bei Ihnen am meisten Zeit frisst. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung — samt Aufwand und samt der Antwort „lohnt sich nicht“, wenn es so ist.

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