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KI in der Praxis Dr. Gerhard Reisinger

Vertrieb Finden & Recherchieren Läuft im Alltag

Wie viele Kandidaten gibt es hier? Die amtliche Zahl

Ort und Stellenbezeichnung eintippen, im Verkaufsgespräch, auf dem geteilten Bildschirm. Wo keine belastbare Quelle existiert, sagt die Seite genau das — statt zu schätzen.

  • Aufbau1 Tag — davon der Großteil in der Quellensuche, nicht im Bauen
  • Zahlen vom11.08.2026
  • Lesezeit7 Min.

Der Fall auf einen Blick

1

Das Problem

Im Verkaufsgespräch wird über den regionalen Arbeitsmarkt geredet, und niemand am Tisch kennt eine Zahl dazu.

2

Was der Fall macht

Zeigt im Verkaufsgespräch für Ort und Beruf, wie viele Bewerber es im Umkreis gibt — mit Zahlen aus einer amtlichen Quelle.

3

Was er bewirkt

Auf der Seite stehen 0 geschätzte Zahlen: für ein Land berufsgenau und live, für ein zweites nur die Marktgröße der Region.

107.393 Gemeinden, gegen die eine Ortseingabe lokal aufgelöst wird
Vorher geschätzte Marktgröße
Heute amtliche Zahl mit Umkreis
Vergleich geschätzt

So funktioniert es

In diesem Ablauf arbeitet kein Sprachmodell mit. Die KI hat beim Bauen geholfen — im Betrieb läuft ein normales Programm.

  1. 1 Mensch Ort und Beruf eintippen Im Gespräch tippt der Verkäufer Ort und Stellenbezeichnung ein und wählt den Umkreis.
  2. 2 Programm Ort auflösen Die Seite löst die Eingabe zuerst lokal gegen 107.393 Gemeinden auf, statt die Schnittstelle raten zu lassen.
  3. 3 Daten Amtliche Quelle abfragen Für deutsche Orte kommt die Zahl live aus der amtlichen Bewerberdatenbank, für Österreich aus amtlichen Daten je Bezirk.
  4. 4 Programm Antwort gegenprüfen Die Seite hält die Antwort gegen die Anfrage — ist es wirklich der gesuchte Ort?
  5. 5 Programm Beschriften Jede Zahl trägt Quelle, Stichtag und ihre Grenze — auch die, die fehlt.
  • Datenquelle
  • normales Programm
  • Mensch

Die Zahlen dahinter

3 stille Fehler der Schnittstelle, alle mit unauffälliger Antwort
0 geschätzte Zahlen auf der Seite
1Datei die ganze Anwendung — ohne Datenbank und Zugangsdaten

Was das für Ihren Betrieb heißt

Jedes Verkaufsgespräch, in dem eine Marktgröße eine Rolle spielt, wird besser, wenn die Zahl aus einer amtlichen Quelle kommt und nicht aus der Erfahrung des Verkäufers.

Das Muster passt für jedes Verkaufsgespräch, in dem eine Marktgröße, eine Vergleichszahl oder ein Richtwert eine Rolle spielt. Der Aufwand ist kleiner, als er wirkt. Viele Ämter und Behörden stellen genau solche Daten offen bereit — sie sind nur nicht so ausgezeichnet, dass man sie beim Suchen findet.

Fallstrick: Eine Antwort ohne Fehlermeldung ist keine richtige Antwort. Die von uns genutzte Schnittstelle ersetzt unbekannte Orte still durch ähnlich klingende. Prüfen Sie, ob zurückkommt, wonach Sie gefragt haben.

Die Ausgangslage

„Wie viele passende Leute gibt es denn überhaupt hier in der Gegend?“ ist eine der ersten Fragen im Gespräch. Bislang wurde sie mit Erfahrung beantwortet.

Der Gesprächspartner kennt seinen Ort aber besser als jeder Verkäufer. Eine geschätzte Zahl, die er für falsch hält, kostet nicht nur diese Zahl, sondern die Glaubwürdigkeit von allem, was danach kommt.

Die Lösung im Einzelnen

Die Seite wird im Gespräch geteilt: Ort eintippen, Stellenbezeichnung, Umkreis wählen. Für Deutschland kommt die Antwort berufsgenau und live aus der amtlichen Bewerberdatenbank. Die Zahl ist eine Untergrenze — gezählt wird nur, wer sein Profil veröffentlicht hat.

Der Leitsatz: nur gemessene Zahlen, oder gar keine. Für Österreich wurde beim Bau keine berufsgenaue Statistik gefunden. Eine Quote aus den deutschen Berufsanteilen abzuleiten, wurde abgelehnt — das wäre eine gerechnete Zahl, die wie eine gemessene aussieht. Für Österreich zeigt die Seite die Marktgröße der Region über alle Berufe und beschriftet das so. Für die Schweiz zeigt sie nichts, weil nichts geprüft ist.

Nachtrag September 2026: Die Quelle gibt es doch. Seit 11.09.2026 liegen die berufsgenauen Daten im Haus; auf der Seite sind sie noch nicht angeschlossen. Ob sich die Seite im Abschluss niederschlägt, ist nicht gemessen.

Eine Abfrage im GesprächBeispielansicht · Daten erfunden
Bewerbermarkt · geteilter Bildschirm
Ort
Rosenheimlokal aufgelöst, 107.393 Gemeinden
Stellenbezeichnung
Koch / KöchinEingabe
Umkreis
50 kmwählbar: 25 / 50 / 100 km
Veröffentlichte Bewerberprofile
412amtliche Bewerberdatenbank, live abgefragt
Wie die Zahl zu lesen ist
eine Untergrenze — gezählt wird nur, wer sein Profil veröffentlicht hatsteht so auf der Seite
Bei einem Ort in Österreich
Marktgröße der Bezirke im Umkreis, über alle Berufeberufsgenau noch nicht angeschlossen — steht so auf der Seite

Die beiden letzten Zeilen sind der Punkt. Sie stehen auf der Seite, nicht in einer internen Notiz — und genau das macht die Zahl im Gespräch belastbar.

Was wir dabei gelernt haben

  1. Lieber eine benannte Lücke als eine gerechnete Zahl. Der abgelehnte Weg hätte die Seite vollständiger aussehen lassen und im ersten Nachfragen versagt.
  2. „Gibt es nicht“ ist auch nur eine Behauptung. Einen Monat später fand ein anderes Projekt genau die Quelle, die beim Bau nicht auffindbar war. Eine benannte Lücke gehört mit Datum beschriftet und von Zeit zu Zeit neu geprüft.
  3. Drei stille Fehler in einer einzigen Schnittstelle. Alle kamen mit unauffälliger Antwort: still korrigierte Ortsnamen, ein Filter, der die Trefferzahl auf null setzt, und ein dokumentierter Umkreiswert, der abgelehnt wird. Wer den Filter setzt, baut eine Seite, die immer „keine Kandidaten“ sagt und dabei fehlerfrei aussieht.
  4. Eine Warnung, die meistens ohne Grund erscheint, wird weggeklickt. Sie ist dann auch im echten Fall wirkungslos. Die erste Ortsprüfung war zu streng und meldete jeden Ort als fremd, dem die Quelle eine Region anhängte.
  5. Zeichensatz-Normalisierung muss auf beiden Seiten dieselbe sein. Wo die eine Seite Umlaute umschreibt und die andere sie ersetzt, findet man bestimmte Orte nie — ohne Fehlermeldung, die Seite sagt nur „Ort unbekannt“.
  6. Der Tag ging in die Quellensuche, nicht ins Bauen. Drei offizielle Portale lieferten trotz Ankündigung nichts maschinenlesbar. Beide Spaltenverwechslungen in der amtlichen Datei fingen eingebaute Plausibilitätsprüfungen — nicht Aufmerksamkeit.
  7. Die brauchbarste Quelle stand schon im eigenen Wissensspeicher. Gefunden wurde sie nicht im Netz, sondern in einer eigenen Notiz zu einer verwandten Schnittstelle — und sie machte zwei Stunden geplanter Modellierung überflüssig.

Eine erfundene Zahl fällt im Kundengespräch beim ersten Nachfragen auseinander. Eine ehrlich benannte Lücke nicht.

Aus dem Leitsatz des Projekts
Was die Seite je Land kann — und was nicht Tabelle
Land Quelle Berufsgenau? Wie
Deutschland amtliche Bewerberdatenbank ja live bei jeder Anfrage
Österreich amtliche Arbeitsmarktdaten je Bezirk noch nein Datei mit ausgewiesenem Stichtag — berufsgenaue Quelle seit 09/2026 gefunden, Anschluss steht aus
Schweiz — — nicht erschlossen, so beschriftet
Bewusst nicht gemacht Berufsquote aus DE auf AT übertragen hätte „ja“ ergeben eine gerechnete Zahl, die wie eine gemessene aussieht

Quelle: Datenlage geprüft 11.08.2026, für Österreich korrigiert 11.09.2026

Der Ablauf als Diagramm Schaubild
Ablaufdiagramm: Wie viele Kandidaten gibt es hier? Die amtliche Zahl
Von der Quelle bis zum Ergebnis. Dunkel = das Sprachmodell, weiß = ein normales Programm, grün = ein Mensch.

Haben Sie so einen Fall im Betrieb?

Schreiben Sie mir in zwei Sätzen, welche Aufgabe bei Ihnen am meisten Zeit frisst. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung — samt Aufwand und samt der Antwort „lohnt sich nicht“, wenn es so ist.

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