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KI in der Praxis Dr. Gerhard Reisinger

Kundengewinnung Finden & Recherchieren Läuft im Alltag

Die kostenlose Quelle fand null, die bezahlte fand Fälle

Ein wöchentlicher Suchlauf durch die Regionalpresse nach Betrieben, die öffentlich sagen, dass sie niemanden finden. Der direkte Vergleich zweier Quellen war ernüchternd — und eindeutig.

  • Aufbau3 Tage
  • Zahlen vom03.08.2026
  • Lesezeit6 Min.

Der Fall auf einen Blick

1

Das Problem

Ein Betrieb, der in der Zeitung sagt „wir finden niemanden“, ist ein perfekter Anruf — nur findet man solche Artikel nicht von Hand.

2

Was der Fall macht

Durchsucht jede Woche die Regionalpresse nach Betrieben, die öffentlich sagen, dass sie kein Personal finden.

3

Was er bewirkt

Die bezahlte Quelle lieferte 335 Artikel und mehrere echte Fälle, die kostenlose 38 Artikel und 0 verwertbare Treffer.

335 Artikel mit Volltext je Wochenlauf — bezahlte Quelle
Vorher nicht auffindbar
Heute 0,43 USD je Woche
gemessen

So funktioniert es

2 von 4 Arbeitsschritten erledigt ein Sprachmodell. Den Rest machen ein normales Programm und ein Mensch.

  1. 1 Daten Nachrichten aus drei Ländern Die Regionalpresse berichtet laufend über Betriebe, die kein Personal finden.
  2. 2 Programm Rund 42 Suchanfragen je Woche Ein Programm stellt die Suchanfragen und holt die Artikel der letzten Woche mit Volltext.
  3. 3 Sprachmodell Gegen das Raster prüfen Ein Sprachmodell prüft jeden Artikel: Firma namentlich genannt, klein genug, offene Stelle belegt.
  4. 4 Sprachmodell Versuchen zu widerlegen Jeder Treffer geht ein zweites Mal durchs Modell, diesmal mit dem Auftrag, ihn zu widerlegen.
  5. 5 Mensch Vertrieb ruft an Der Vertrieb bekommt den Wochenbericht mit Belegzitat und Gesprächsaufhänger und ruft an.
  • Datenquelle
  • normales Programm
  • Sprachmodell (KI)
  • Mensch

Die Zahlen dahinter

0 verwertbare Treffer der kostenlosen Quelle, gleiche Woche
0,43USD Kosten je Wochenlauf
2× wird jeder Treffer geprüft — einmal dafür, einmal dagegen

Was das für Ihren Betrieb heißt

Wenn Ihre Kunden öffentlich über ihr Problem sprechen, bevor sie es lösen, ist die Lokalpresse eine Quelle für neue Kontakte — der Artikel liefert den Aufhänger gleich mit.

Fragen Sie sich, worüber Ihre Kunden öffentlich reden, bevor sie kaufen. Ein Personalproblem, eine Expansion, eine Übergabe, ein Standortwechsel — all das steht in der Lokalpresse, Wochen bevor jemand ein Angebot einholt.

Drei Dinge entscheiden über den Nutzen: Sie brauchen Volltext, nicht nur Überschriften. Sie brauchen ein enges Raster, sonst ertrinken Sie in Branchenmeldungen. Und Sie brauchen die Gegenprüfung, weil ein Sprachmodell zu Gefälligkeit neigt. Rechnen Sie mit wenigen Treffern: Ein Wochenlauf ohne Fund ist normal und kein Fehler.

Die Ausgangslage

Der stärkste Kaufauslöser in unserem Geschäft ist eine Stelle, die seit Monaten offen ist. Genau darüber berichtet die Regionalpresse laufend: der Wirt, der einen Ruhetag einführt, weil kein Koch zu finden ist. Der Handwerksbetrieb, der Aufträge ablehnt.

Solche Artikel von Hand zu finden ist aussichtslos. Sie erscheinen verstreut über hunderte Lokalmedien in drei Ländern, und die Formulierung ist jedes Mal anders.

Die Lösung im Einzelnen

Ein wöchentlicher Lauf stellt rund 42 Suchanfragen an eine Nachrichtenquelle. Ein Sprachmodell prüft jeden gefundenen Artikel gegen ein enges Raster: Ist eine Firma namentlich genannt? Sitzt sie im deutschsprachigen Raum? Ist sie klein genug? Und belegt der Text, dass Stellen nicht besetzt werden — per Zitat oder per Folge wie Ruhetag, verkürzten Öffnungszeiten, abgelehnten Aufträgen?

Jeder Treffer geht anschließend ein zweites Mal durch das Modell, diesmal mit dem Auftrag, ihn zu widerlegen. Was diese Gegenprüfung übersteht, kommt in den Bericht — mit Belegzitat, Gesprächsaufhänger und Quellenlink.

Die Bewertung läuft über das vorhandene Abo statt über bezahltes Guthaben. Geld kostet ausschließlich der Zugang zu den Volltexten: 0,43 USD je Woche.

So sieht der Wochenbericht ausBeispielansicht · Daten erfunden
reports/2026-08-XX-newsfinder.md
  • TrefferGasthof Waldrand, 5323 Ebenau (AT)„Wir haben seit acht Monaten eine Kochstelle ausgeschrieben und keine einzige brauchbare Bewerbung bekommen. Seit Mai haben wir deshalb zwei Ruhetage."Aufhänger: acht Monate offen, Folge belegt (zwei Ruhetage) · Gegenprüfung bestanden · Quelle verlinkt
  • verworfenBranchenverband meldet FachkräftemangelKeine Firma namentlich genannt — allgemeine Verbandsmeldung.Raster-Kriterium 1 nicht erfüllt
  • verworfenGroßbetrieb mit 900 Beschäftigten sucht PersonalFirma namentlich genannt, aber weit über der Zielgröße.Raster-Kriterium 3 nicht erfüllt
  • durch Gegenprüfung gekipptBäckerei schließt FilialeAuf den ersten Blick ein Treffer. Die Gegenprüfung ergab: Der Betrieb gibt auf und stellt niemanden mehr ein.Genau der Fall, für den der zweite Durchgang existiert

Drei von vier Fundstellen fliegen raus, eine davon erst im zweiten Durchgang. Eine kurze Liste ist hier das Qualitätsmerkmal, nicht der Mangel.

Was wir dabei gelernt haben

  1. Kostenlos war hier nicht billiger, sondern wertlos. 38 Artikel, null Treffer — die Gratisquelle liefert nur Überschriften und sortiert nach Prominenz. Der Unterschied kostete 43 Cent pro Woche.
  2. Jeder Treffer braucht einen zweiten Durchgang, der ihn kippen soll. Ein Sprachmodell bestätigt bereitwillig, was man ihm vorlegt. Erst der Auftrag zu widerlegen macht die Liste belastbar.
  3. Ein Lauf ohne Treffer ist das erwartete Ergebnis. Namentlich genannte kleine Betriebe mit belegtem Personalproblem sind selten. Wer das nicht vorher ausspricht, hält ein funktionierendes Werkzeug für kaputt.
  4. Eine bekannte Restschwäche bleibt bestehen: Betriebe, die dauerhaft zusperren, rutschen gelegentlich durch. Die stellen niemanden mehr ein — beim Sichten muss ein Mensch darauf achten.

Die kostenlose Suche rankt nach Prominenz. Die Lokalgeschichte über den Wirt ohne Koch steht dort ganz hinten — und genau die ist unser Kunde.

Aus dem Quellenvergleich, August 2026
Zwei Quellen, dieselbe Woche, dasselbe Raster Tabelle
Quelle Artikel gefunden Volltext verwertbare Treffer Kosten
kostenlose Nachrichtensuche 38 nein 0 0,00 USD
Suchdienst mit Volltext 335 ja mehrere, mit Belegzitat 0,43 USD

Quelle: Direkter Vergleich am 03.08.2026, identischer Zeitraum und identisches Bewertungsraster

Der Ablauf als Diagramm Schaubild
Ablaufdiagramm: Die kostenlose Quelle fand null, die bezahlte fand Fälle
Von der Quelle bis zum Ergebnis. Dunkel = das Sprachmodell, weiß = ein normales Programm, grün = ein Mensch.

Haben Sie so einen Fall im Betrieb?

Schreiben Sie mir in zwei Sätzen, welche Aufgabe bei Ihnen am meisten Zeit frisst. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung — samt Aufwand und samt der Antwort „lohnt sich nicht“, wenn es so ist.

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