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KI in der Praxis Dr. Gerhard Reisinger

Vertrieb Auswerten & Messen Einmalprojekt, abgeschlossen Unbequemer Befund

960 Kalendertermine geprüft: 137 Gespräche fehlten im CRM

Der Firmenkalender von 2020 bis 2025 wurde Termin für Termin gegen die Kundendatenbank (CRM) gehalten. 137 geführte Verkaufsgespräche trugen dort kein Kennzeichen, 147 Gesprächspartner fehlten ganz.

  • Zahlen vom24.09.2026
  • Lesezeit6 Min.

Der Fall auf einen Blick

1

Das Problem

Die Reaktivierung alter Kontakte sollte alle starten, mit denen schon einmal ein Verkaufsgespräch geführt wurde — aber niemand wusste, ob das CRM diese Gespräche vollständig kennt.

2

Was der Fall macht

Liest alle Verkaufstermine aus dem Firmenkalender und prüft je Teilnehmer, ob die Kundendatenbank das Gespräch kennt.

3

Was er bewirkt

137 geführte Verkaufsgespräche ohne Kennzeichen im CRM und 147 Gesprächspartner, die dort gar nicht existieren — aus 960 Terminen von 2020 bis 2025.

137 Kontakte mit belegtem Verkaufsgespräch, aber ohne Kennzeichen im CRM (24.09.2026)
Vorher CRM-Kennzeichen als einzige Quelle
Heute Kalender als unabhängiger Zeuge
Vergleich geschätzt

So funktioniert es

1 von 4 Arbeitsschritten erledigt ein Sprachmodell. Den Rest machen ein normales Programm und ein Mensch.

  1. 1 Daten Firmenkalender 2020–2025 960 Verkaufstermine mit Teilnehmern, gelesen über das Kalenderpostfach, nur lesend.
  2. 2 Programm Je Teilnehmer gegen das CRM Ein Programm sucht jede Teilnehmeradresse in der Kundendatenbank und prüft das Gesprächskennzeichen.
  3. 3 Mensch Stichprobe der Titel Ein Mensch liest die Termintitel: Dankeschön-Gespräche fliegen heraus, die Zahl fällt um 102.
  4. 4 Sprachmodell Vier Mailvarianten Die KI schreibt die Vorlagen für den A/B-Test; ein Programm baut daraus 100 Texte und prüft sie gegen die Sperrliste.
  5. 5 Mensch Freigabe und Versand Ein Mensch gibt die Entwürfe frei und entscheidet, ob die 137 Kennzeichen im CRM nachgetragen werden.
  • Datenquelle
  • normales Programm
  • Sprachmodell (KI)
  • Mensch

Die Zahlen dahinter

147 Gesprächspartner aus dem Kalender, die im CRM gar nicht existieren
960 Verkaufstermine 2020 bis 2025 abgeglichen
102 zu viel in der ersten Zählung — Dankeschön-Gespräche, erkannt erst an den Titeln

Was das für Ihren Betrieb heißt

Ihr Kalender weiß, mit wem Sie gesprochen haben. Ob Ihr CRM es auch weiß, ist eine Frage, die ein Nachmittag beantwortet — und die Antwort ist meist unangenehmer als erwartet.

Das Muster passt auf jeden Betrieb, in dem Termine im Kalender und Kunden im CRM getrennt gepflegt werden — also fast alle. Voraussetzung: Lesezugriff auf das Kalenderpostfach und die Kundendatenbank; nichts wird geschrieben.

Erster Schritt: alle Termine mit externen Teilnehmern der letzten zwei Jahre ziehen und je Adresse fragen, ob das CRM sie kennt. Fallstrick: Der Termintitel ist keine Kategorie. Bei uns hießen Dankeschön-Gespräche so ähnlich wie Verkaufsgespräche, und erst das Lesen von Stichproben hat die Zahl von 239 auf 137 korrigiert.

Die Ausgangslage

Eine Anrufliste zur Reaktivierung sollte alle Kontakte enthalten, mit denen in den letzten Jahren ein Verkaufsgespräch geführt wurde. Quelle war das Kennzeichen „Verkaufsgespräch geführt“ in der Kundendatenbank. Die Liste wurde seit Tagen nicht abtelefoniert; sie sollte auf eine Mailstrecke mit vier Varianten umgestellt werden.

Bevor 100 Mails hinausgehen, stellte sich die Frage, ob die Liste überhaupt vollständig ist. Der einzige unabhängige Zeuge dafür ist der Firmenkalender, in dem seit 2020 jeder Verkaufstermin steht.

Die Lösung im Einzelnen

Kalender lesen, nicht CRM befragen. Ein Programm holt alle Termine von 2020 bis 2025 aus dem Kalenderpostfach: 960 Verkaufstermine. Für jeden Teilnehmer sucht es die E-Mail-Adresse in der Kundendatenbank und prüft, ob dort ein Gesprächskennzeichen steht.

Erst die Stichprobe machte die Zahl richtig. Die erste Auswertung lag um 102 zu hoch: Termine mit „Danke“ im Titel waren Dankeschön-Gespräche nach einer Umfrage, kein Verkauf. Erst das Lesen der Termintitel zeigte es. Danach blieben 137 Kontakte mit belegtem Verkaufsgespräch ohne Kennzeichen — 29 aus Beratungsterminen, 108 aus Terminbuchungen ohne Kategorie — und 147 Gesprächspartner, die im CRM gar nicht existieren.

Für die Mailstrecke wählte ein Programm 100 Empfänger nach Sperrliste und Wunschkunden-Reihung, verteilt auf vier Varianten zu je 25: Einstieg mit Analyse oder mit Frage, Link oder Rückruf zuerst. Die KI schrieb die vier Vorlagen, ein Programm baute daraus 100 Texte mit 94 bis 135 Wörtern. Versendet ist nichts: Der Buchungslink für den Rückruf-Termin fehlte noch.

Der Abgleich, Zeile für ZeileBeispielansicht · Daten erfunden
Kalender gegen CRM · Auszug
Termin im KalenderTeilnehmerIm CRMKennzeichenBefund
12.03.2024 Verkaufsgesprächm.huber@beispiel-personal.dejajastimmt
05.06.2024 Beratungk.lang@muster-recruiting.atjaneinKennzeichen fehlt
19.09.2023 Terminbuchunginfo@talente-nord.denein—Kontakt fehlt ganz
02.02.2025 Danke-Gesprächs.berger@beispiel-hr.chjaneinkein Verkauf, ignoriert

Namen und Adressen erfunden. Die dritte Zeile ist der teure Fall: Ein Mensch hat eine Stunde mit diesem Betrieb gesprochen, und die Kundendatenbank hat nie davon erfahren.

Was wir dabei gelernt haben

  1. Ein Kalender in einem anderen Postfach sieht aus wie ein leerer Kalender. Mit dem falschen Benutzer meldete der Server „keine Kalenderordner“; nötig war der eigene Zugang zu genau diesem Postfach.
  2. Der erste Lauf starb mit dem Sitzungsende, ohne Hinweis. Lange Läufe brauchen eine Protokolldatei; der zweite Lauf dauerte 13 Minuten und hinterließ eine Spur.
  3. Ein Freitextfeld mit Zeilenumbrüchen zerlegt eine CSV. Die Sperrliste meldete 287 von 316 Adressen als gesperrt, ihr eigenes Protokoll nannte 5. Seitdem bekommt sie nur E-Mail und Kennung.
  4. Einsatzorte sind keine Betriebssitze. 77 von 100 Empfängern hatten im CRM keine Adresse; die Orte aus Stellenanzeigen wurden bewusst nicht übernommen.
  5. Die Liste war kleiner als geplant: ein Topf hatte nur 37 statt 50 versendbare Kontakte. Zahlen in Aufträgen sind Annahmen, bis die Sperrliste gelaufen ist.

Erst die Stichprobe der Titel zeigte es.

Aus dem Projektjournal, zur ersten Zählung, die um 102 zu hoch lag
Was der Kalender wusste und das CRM nicht Tabelle
Befund Anzahl Woher
Verkaufsgespräch geführt, kein Kennzeichen im CRM 137 29 Beratungstermine, 108 Terminbuchungen ohne Kategorie
Gesprächspartner ohne Datensatz im CRM 147 Teilnehmeradresse im Kalender, kein Treffer in der Kundendatenbank
Erste Zählung zu hoch 102 Dankeschön-Gespräche nach einer Umfrage, kein Verkauf
Empfänger ohne Adresse im CRM 77 von 100 deshalb nur 21 Empfänger mit Umkreisangabe in der Mail

Quelle: Abgleich Kalenderpostfach gegen Kundendatenbank, 24.09.2026

Der Ablauf als Diagramm Schaubild
Ablaufdiagramm: 960 Kalendertermine geprüft: 137 Gespräche fehlten im CRM
Von der Quelle bis zum Ergebnis. Dunkel = das Sprachmodell, weiß = ein normales Programm, grün = ein Mensch.

Haben Sie so einen Fall im Betrieb?

Schreiben Sie mir in zwei Sätzen, welche Aufgabe bei Ihnen am meisten Zeit frisst. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung — samt Aufwand und samt der Antwort „lohnt sich nicht“, wenn es so ist.

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