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KI in der Praxis Dr. Gerhard Reisinger

Kundengewinnung Finden & Recherchieren Einmalprojekt, abgeschlossen

16.696 Firmen aus Registern — und eine Lücke, die teuer war

Eine ganze Zielbranche im deutschsprachigen Raum aus öffentlichen Quellen erfasst, mit Kontaktdaten. Der eigentliche Befund kam erst beim ersten Einsatz der Liste.

  • Aufbau6 Tage
  • Zahlen vom14.08.2026
  • Lesezeit6 Min.

Der Fall auf einen Blick

1

Das Problem

Eine neue Zielgruppe ansprechen, ohne eine Adressliste zu kaufen, deren Herkunft und Vollständigkeit niemand kennt.

2

Was der Fall macht

Sammelt alle Firmen einer Branche aus öffentlichen Quellen dreier Länder ein und ergänzt die Kontaktdaten.

3

Was er bewirkt

16.696 Firmen erfasst, 10.184 in der Zielliste — in einem Land fehlten aber zwei ganze Bundesländer.

10.184 Firmen in der bereinigten Zielliste, aus 16.696 erfassten
Vorher 1.095 Firmen aus Vorarbeit
Heute 10.184 in der Zielliste
Vergleich geschätzt

So funktioniert es

In diesem Ablauf arbeitet kein Sprachmodell mit. Die KI hat beim Bauen geholfen — im Betrieb läuft ein normales Programm.

  1. 1 Daten Öffentliche Quellen Amtliche Register und der öffentliche Stellenmarkt aus drei Ländern liefern die Firmen.
  2. 2 Programm Auslesen und zusammenführen Ein Programm liest jede Quelle aus, kann jeden Lauf wiederaufnehmen und vereint doppelte Einträge.
  3. 3 Programm Kontaktdaten ergänzen Fehlende Kontaktdaten holt ein Programm von der Firmenwebsite und aus deren Impressum.
  4. 4 Programm Gesprächsanlass hinterlegen Je Firma stehen Typ, Branche, Größe und ein Gesprächsanlass im Klartext — damit im Gespräch nichts erfunden wird.
  5. 5 Programm Abdeckung je Region prüfen Gegengerechnet wird die Verteilung je Region, nicht nur die Gesamtzahl.
  • Datenquelle
  • normales Programm

Die Zahlen dahinter

99,5% namentliche Ansprechpartner im vollständigsten der drei Register
2 Bundesländer, die vollständig fehlten — erst beim Einsatz bemerkt
0€ Kosten für Adressdaten

Was das für Ihren Betrieb heißt

Für jede Branche, die irgendwo amtlich verzeichnet ist, lässt sich die Grundgesamtheit selbst erheben — statt sie zu kaufen.

Fast jede Branche ist irgendwo amtlich verzeichnet — über eine Bewilligungspflicht, eine Kammermitgliedschaft, ein Berufsregister oder eine Aufsichtsbehörde. Rechnen Sie mit sehr unterschiedlicher Qualität und prüfen Sie sie, bevor Sie die Kampagne planen. Der Fallstrick: Zählen Sie nicht nur die Zeilen, sondern prüfen Sie die Verteilung je Region. Eine Liste mit 3.380 Einträgen sieht vollständig aus.

Und die rechtliche Grenze: Eine Firmenadresse aus einem öffentlichen Register ist kein Freibrief für eine Erstansprache. Was dabei zulässig ist, ist in Österreich, Deutschland und der Schweiz unterschiedlich geregelt und gehört geklärt, bevor eine Liste entsteht — nicht danach.

Die Ausgangslage

Eine neue Zielgruppe erschließt man üblicherweise mit einer gekauften Adressliste. Die hat drei Nachteile: Man kennt ihre Herkunft nicht, man kennt ihre Vollständigkeit nicht, und alle Wettbewerber haben dieselbe.

Die Alternative sind amtliche Register. Sie sind öffentlich, und ihr Zuschnitt ist nachvollziehbar. Nur sind sie nicht dafür gebaut, ausgelesen zu werden — jedes hat eine eigene Bauart und eine eigene Grenze.

Die Lösung im Einzelnen

Drei Länder, drei völlig verschiedene Ergebnisse. Im ersten Land besteht eine Bewilligungspflicht, das Register ist amtlich vollständig: 6.512 Firmen, Telefonnummer und Mailadresse zu 100 Prozent, ein namentlicher Ansprechpartner zu 99,5 Prozent. Im zweiten Land wurden die Firmen über den öffentlichen Stellenmarkt erfasst: 6.804 Firmen, rund die Hälfte mit Kontaktdaten — aber jede einzelne sucht gerade Personal.

Das dritte Land ist der Problemfall. Dort deckelt das Register die Zahl der Detailabrufe unabhängig vom Tempo. Das Ergebnis: 3.380 Zeilen mit 28 Prozent Kontaktquote.

Der eigentliche Befund kam erst beim ersten produktiven Einsatz. In zwei Bundesländern stand keine einzige Zeile, bei 2.317 der 3.380 Zeilen fehlte sogar die Postleitzahl. Offenbar waren nur einzelne Regionalabschnitte durchgelaufen, und die Abbruchstelle hatte niemand als Lücke gelesen. Nach allen Qualitätsfiltern blieben in diesem Land drei anschreibbare Firmen.

Was die Abdeckungsprüfung ergabBeispielansicht · Daten erfunden
Gegenprobe nach dem ersten produktiven Einsatz
  • Der teuerste FundZwei Bundesländer ohne eine einzige ZeileWeder in der Zielliste noch im Gesamtbestand. Zwei weitere Regionen mit einstelligen Zahlen.Bis dahin war nur die Kontaktquote als offener Punkt vermerkt — nicht die Abdeckung. Eine Gesamtzahl von 3.380 sieht nicht nach einer Lücke aus.
  • FolgekostenDas stärkste Bewerbergebiet hat null erreichbare AbnehmerAusgerechnet die Region mit den meisten eigenen Bewerbungen und den meisten nie weitervermittelten Kandidaten war die leere.Die Lücke war damit nicht nur quantitativ, sondern lag genau dort, wo der Bestand am wertvollsten gewesen wäre.
  • UrsacheEin Abrufkontingent lässt sich nicht durch langsameres Takten umgehenDas Register deckelt die Zahl der Detailabrufe, nicht deren Geschwindigkeit.Der Lauf brach also nicht ab, er hörte auf — und ein Lauf, der aufhört statt abzubrechen, sieht aus wie ein Lauf, der fertig ist.
  • Gegenprobe hat gegriffenFehlende Anzeigen sind keine fehlenden FirmenEine Lücke von 60.000 Anzeigen in einer anderen Quelle kostete am Ende 118 Firmen — gemessen über einen zweiten, unabhängigen Schnitt.Ohne den zweiten Schnitt hätte die Anzeigenlücke wie ein massiver Datenverlust ausgesehen. Sie war es nicht.

Der Unterschied zwischen den beiden letzten Punkten ist der Kern: Eine Lücke muss gegen eine unabhängige Größe gemessen werden. Die Gesamtzahl der eigenen Zeilen sagt darüber nichts.

Was wir dabei gelernt haben

  1. Die Verteilung prüfen, nicht nur die Menge. Zwei fehlende Bundesländer fielen erst beim ersten Einsatz auf. Eine Gesamtzahl beweist keine Abdeckung.
  2. Ein Abrufkontingent lässt sich nicht durch langsameres Takten umgehen. Es deckelt die Zahl, nicht die Geschwindigkeit — der teuerste Fallstrick des Projekts, weil der Lauf dabei nicht abbricht, sondern aufhört.
  3. Fehlende Anzeigen sind keine fehlenden Firmen. Eine Lücke von 60.000 Anzeigen kostete am Ende 118 Firmen. Gemessen über einen zweiten, unabhängigen Schnitt — ohne den wäre die Lücke dramatisch überschätzt worden.
  4. Das Impressum hebt die Mail-Ausbeute um rund ein Drittel. Wo ein Register keine Adresse führt, steht sie meist auf der Firmenwebsite — häufig in maschinenlesbarer Auszeichnung statt im sichtbaren Text.
  5. Ein einzelnes Schreiben je Zeile auf ein Netzlaufwerk kostet mehr als der Abruf selbst. Faktor 20 gegenüber dem Abruf — bei einem Lauf über Zehntausende Zeilen entscheidet das über Stunden.
  6. Eine vollständige Liste ist kein Ergebnis, solange niemand anruft. Am Ende der Erhebung stand als offener Punkt: noch niemand angerufen.

Bisher war nur die Kontaktquote als offener Punkt vermerkt, nicht die Abdeckung. Der Hebel für dieses Land ist damit die Liste, nicht der Versand.

Aus dem Nachtrag vom 14.08.2026
Drei Register, drei Datenlagen Tabelle
Quelle Firmen Telefon Ansprechpartner Besonderheit
Bewilligungsregister 6.512 100 % 99,5 % amtlich vollständig
öffentlicher Stellenmarkt 6.804 53 % 17 % jede Firma sucht gerade Personal
Kammerverzeichnis 3.380 28 % 0 % Abrufkontingent — zwei Regionen fehlen ganz
davon ausgeschlossen 840 — — Konzerne mit eigener Marketingabteilung
Zielliste 10.184

Quelle: Erhebung 06.08.2026, Abdeckungsprüfung 14.08.2026

Der Ablauf als Diagramm Schaubild
Ablaufdiagramm: 16.696 Firmen aus Registern — und eine Lücke, die teuer war
Von der Quelle bis zum Ergebnis. Dunkel = das Sprachmodell, weiß = ein normales Programm, grün = ein Mensch.

Haben Sie so einen Fall im Betrieb?

Schreiben Sie mir in zwei Sätzen, welche Aufgabe bei Ihnen am meisten Zeit frisst. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung — samt Aufwand und samt der Antwort „lohnt sich nicht“, wenn es so ist.

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