Zum Inhalt springen
KI in der Praxis Dr. Gerhard Reisinger

Kundengewinnung Finden & Recherchieren Läuft im Alltag

409 Betriebe, die heute zum ersten Mal seit 30 Tagen suchen

Nicht wer eine Stelle ausschreibt, ist der interessante Kontakt — sondern wer nach langer Pause wieder damit anfängt. Dieser Betrieb hat den Bedarf gerade erst.

  • Aufbau5 Tage
  • Zahlen vom03.09.2026
  • Lesezeit6 Min.

Der Fall auf einen Blick

1

Das Problem

Eine Liste neu ausgeschriebener Stellen wird von Dauersuchern beherrscht, die längst jeder abtelefoniert hat.

2

Was der Fall macht

Filtert jeden Abend aus allen neuen Stellenanzeigen die Betriebe heraus, die 30 Tage lang nichts ausgeschrieben hatten.

3

Was er bewirkt

Aus 28.178 Betrieben mit neuen Anzeigen blieben 409 mit frischem Bedarf, 161 davon mit Telefonnummer.

409 Erstausschreiber am 03.09.2026, 161 davon mit Telefonnummer
Vorher Liste mit 28.178 Betrieben
Heute 409 mit frischem Bedarf
Vergleich geschätzt

So funktioniert es

In diesem Ablauf arbeitet kein Sprachmodell mit. Die KI hat beim Bauen geholfen — im Betrieb läuft ein normales Programm.

  1. 1 Daten Neue Anzeigen des Abends Abends kommen alle neuen Stellenanzeigen aus vier Portalen herein.
  2. 2 Programm Firmen zusammenführen Dieselbe Firma wird über Schlüssel, Internetadresse und Name mit Ort und Land erkannt.
  3. 3 Programm 30 Tage zurückschauen Für jeden Betrieb wird geprüft, ob in den 30 Tagen davor irgendeine seiner Anzeigen online war.
  4. 4 Programm Lücken absichern Hatte eine Quelle eine Lücke, gelten ihre Kandidaten als unsicher und kommen nicht auf die Anrufliste.
  5. 5 Programm Abgleichen und melden Nach Sperrliste und Kundenabgleich geht um 23:00 die Anrufliste per Mail hinaus.
  • Datenquelle
  • normales Programm

Die Zahlen dahinter

57.572 neue Anzeigen von 28.178 Betrieben, aus denen sie stammen
20.825 als unsicher ausgewiesen statt fälschlich gemeldet
0 Betriebe, die zweimal innerhalb von 30 Tagen auf der Liste stehen

Was das für Ihren Betrieb heißt

Der Gedanke lässt sich auf jeden Bedarf übertragen, der öffentlich sichtbar wird: Nicht das Ereignis ist der Anlass, sondern das Ereignis nach einer Pause.

Das Muster gilt überall, wo ein Bedarf öffentlich sichtbar wird — Ausschreibungen, Bauanzeigen, Handelsregistereinträge, Eröffnungen. Das Ereignis allein ist wenig wert, das Ereignis nach einer Pause ist der Anlass. Voraussetzung ist eine eigene Historie: Sie beginnen mit einer Basisaufnahme und können die Frage erst einen Monat später sauber beantworten.

Der teuerste Fallstrick ist die Firmenidentität. Wer nur über einen Schlüssel vergleicht, bekommt eine Liste voller falscher Erstausschreiber — und merkt es nie, weil sie plausibel aussieht. Und trauen Sie dem Veröffentlichungsdatum der Quelle nicht: Es taugt als Ausschluss, nicht als Beweis für Neuheit.

Die Ausgangslage

Eine Liste „neue Stellenanzeigen dieser Woche“ ist schnell gebaut und wenig wert. Sie wird von denen beherrscht, die immer suchen. Diese Adressen hat jeder Wettbewerber ebenfalls, und die Leute dort haben gelernt, Anrufe abzuwimmeln.

Die interessante Firma steht in derselben Liste, aber ganz unten: der Betrieb mit einer frischen Anzeige, der seit Wochen nichts gesucht hat. Er hat den Bedarf gerade erst bekommen — und wird von jeder Sortierung nach Anzeigenzahl nach hinten geschoben.

Die Lösung im Einzelnen

Derselbe Datenbestand, eine zweite Bedingung: keine Vorgeschichte. Ein Betrieb steht auf der Liste, wenn heute eine Anzeige erstmals auftauchte und in den 30 Tagen davor keine seiner Anzeigen online war. Wer in den letzten 30 Tagen schon auf der Liste stand, fällt heraus.

Ein Firmenschlüssel genügt dafür nicht. Eine alte Anzeige ohne Internetadresse und eine neue mit Adresse sind für ein Programm zwei verschiedene Firmen. Geprüft wird deshalb über drei Identitäten gleichzeitig — und über alle Anzeigen einer Firma.

Der Lauf misst seine eigene Lücke mit. Fällt eine Quelle länger als zwei Tage aus, landen ihre Kandidaten in einer eigenen Kategorie „unsicher“. Am 03.09.2026 waren das 20.825 Einträge. Ob die Abschlussquote auf dieser Auswahl höher liegt, ist noch nicht nachgemessen.

Die Anrufliste des AbendsBeispielansicht · Daten erfunden
stellenalarm-2026-09-03.xlsx
BetriebOrtStelleletzte Anzeige davorTelefon
Gasthof am AngerBezirk Wels-LandKoch (m/w/d)keine seit 62 Tagenvorhanden
Tischlerei Berger e.U.Bezirk VöcklabruckTischler-Gesellekeine seit 41 Tagenvorhanden
Pflegeheim SonnhofBezirk Graz-UmgebungPflegeassistenzkeine seit 35 Tagenvorhanden
Elektro Wieser GmbHBezirk Innsbruck-LandElektrotechnikerkeine seit 88 Tagen—
…
unsicher — Quelle hatte Crawl-Lückegesondert, nicht auf der Liste

Was wir dabei gelernt haben

  1. Bei einer Quelle, die nur ein Zeitfenster zeigt, macht jede Lücke beim Einsammeln aus Altem Neues. Nach zehn Tagen ohne Lauf sahen 52.224 Anzeigen neu aus und erzeugten rund 21.000 falsche Erstausschreiber. Der Lauf misst deshalb seine eigene Lücke und weist betroffene Quellen als unsicher aus.
  2. Der Vermerk „schon gemeldet“ gehört an den Versand, nicht an die Auswertung. Zuerst setzte ihn die Auswertung — ein Probelauf hätte damit Betriebe 30 Tage lang von der Liste verbannt, ohne dass sie je jemand gesehen hätte.
  3. Eine einzelne Anzeige ist hier kein Makel, sondern der gesuchte Fall. Der Bewertungsmaßstab des Wochenlaufs gibt für eine einzelne neue Anzeige null Punkte — im Tagesalarm hätte genau das die gesuchten Betriebe nach hinten sortiert. Dieselben Daten brauchen einen eigenen Maßstab.
  4. Beim Entdoppeln zählt der härteste Schlüssel, nicht der beste Namensvergleich. Drei Identitäten parallel, geprüft über alle Anzeigen einer Firma — sonst ist jede zweite Firma ein falscher Erstausschreiber.
  5. Einsammeln und Bericht sind zwei getrennte Aufgaben. Hängt das Einsammeln, geht der Bericht trotzdem raus, nur kürzer. Ein Bericht, der ausbleibt, fällt niemandem auf — einer mit kurzer Liste schon.
  6. Zwei parallele Läufe auf dieselbe Datenbank haben eine stundenlange Sperre der Gegenstelle ausgelöst. Seitdem prüft jeder Lauf zuerst, ob nebenan noch einer offen ist.

Wer seit Monaten durchgehend ausschreibt, ist längst abtelefoniert. Wer heute zum ersten Mal seit Wochen sucht, hat den Bedarf gerade erst.

Aus der Projektbeschreibung
Vom Vollbestand zur Anrufliste Tabelle
Stufe Menge Was hier wegfällt
neue Anzeigen an einem Tag 57.572 —
Betriebe dahinter 28.178 mehrere Anzeigen je Betrieb
ohne Vorgeschichte in 30 Tagen 21.234 alle Dauersucher
abzüglich unsicherer Quellen 409 Quelle mit Crawl-Lücke, gesondert ausgewiesen
mit Telefonnummer 161 der Rest über Mail oder Website

Quelle: Erster vollständiger Lauf, 03.09.2026

Der Ablauf als Diagramm Schaubild
Ablaufdiagramm: 409 Betriebe, die heute zum ersten Mal seit 30 Tagen suchen
Von der Quelle bis zum Ergebnis. Dunkel = das Sprachmodell, weiß = ein normales Programm, grün = ein Mensch.

Haben Sie so einen Fall im Betrieb?

Schreiben Sie mir in zwei Sätzen, welche Aufgabe bei Ihnen am meisten Zeit frisst. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung — samt Aufwand und samt der Antwort „lohnt sich nicht“, wenn es so ist.

Kurz schreiben

Ähnliche Fälle